Impulse

Angedacht




Liebe Leserinnen und Leser,

Ein Gott, der unsichtbar ist, das ist keine besonders befriedigende Vorstellung.
Unsichtbar – ein wenig klingt das, als sei Gott gar nicht da. „Du sollst dir kein Bildnis machen“, heißt es in den Zehn Geboten. Das erschwert die Sache zusätzlich. Wollen wir nicht wenigstens ein bisschen wissen, wie Gott aussieht? Im Alten Testament findet sich das Motiv der „Unansichtigkeit“ Gottes. Wer ihn ansieht, kann dies nicht überleben. Sogar dem Mose, der sich sehnlich wünscht, Gottes Herrlichkeit zu schauen, hält Gott sozusagen die Augen zu, während er an ihm vorüberzieht. Mose darf Gott allenfalls „von hinten“ sehen, ihm hinterherschauen… (2.Mose 33,8-23)
Auch das Neue Testament weiß um dieses Problem – und löst es auf überraschende, aber logische, genauer: theo-logische Weise. Im Brief an die Kolosser heißt es: „Christus ist Bild des unsichtbaren Gottes.“ Damit drückt er aus: In seinem Sohn Jesus Christus hat sich Gott den Menschen zu erkennen gegeben. Er ist selbst Mensch geworden. Blicken wir zu Jesus, so schauen wir in Gottes Angesicht. In den Reden von Jesus und seinen Taten können wir Gott erkennen. Sein Leben, Sterben und Auferstehen drückt auf endgültige Weise das Wesen Gottes aus.

Matthias Grünwald hat dies in seinem Isenheimer Altar grandios gezeigt. Er zeichnet Jesus als den Gekreuzigten; und man kann den Anblick dieses leidenden, von Krankheit, Schmerz und Folter gezeichneten Körpers kaum ertragen. Schau hin, sagt das Bild: dieser Mensch am Kreuz ist das Bild des unsichtbaren Gottes. Auf dem gleichen Altarbild ist aber auch der Auferstandene abgebildet. In gleißendem Licht schwebt Christus lächelnd und das ganz Universum segnend aus dem Grab. Seht, sagt das Bild: auch dieser Todesüberwinder ist das Bild des unsichtbaren Gottes. Er ist der „Erstgeborene der ganzen Schöpfung“.
Das bedeutet: nicht nur Jesus ist das Bild Gottes, auch die Menschen hat Gott zu seinem Ebenbild erschaffen (1.Mose 1,27). In der Nachfolge Jesu können wir auf Gottes Reich hinarbeiten. Wir können in Gottes Namen für Frieden und
Gerechtigkeit eintreten – um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Wir können dafür sorgen, Gott durch unser Handeln, unser Verhalten und unser Miteinander in der Welt sichtbar zu machen – und damit für die Welt und für unsere Mitmenschen ein Segen zu sein.

Ich grüße euch mit dem Gruß der ersten Christen: „Der Herr ist auferstenden! Er ist wahrhaftig auferstanden!“

Gottesdienst-Audiodateien

Die Präsenzgottesdienste in der Salemkirche werden akustisch archiviert. Sie stehen damit zum Nachhören allen zur Verfügung, die nicht dabei sein konnten. Nachfolgend finden Sie die Audiodateien der letzten 4 Präsenzgottesdienste (aktuellste Datei als erste). Auch die Predigten von den Zoom-Gottesdiensten am 28.03. und 14.03.2021 stehen zum Nachhören zur Verfügung:

Predigt von Benjamin Huth am 02.05.2021 „Schreiende Steine“
Predigt von Thomas Steinbacher am 28.03.2021 „Der Langstreckenlauf“
Predigt von Thomas Steinbacher am 14.03.2021 „Die Logik des Weizenkorns“

Predigten zum Nachlesen

Von ausgewählten Gottesdiensten der letzten 2 Monate stehen hier die Predigten zum Nachlesen zur Verfügung (aktuellste Datei als erste).

Video-Gottesdienste

Die Links zu den Video-Gottesdiensten in den letzten 2 Monaten sind nachfolgend zu finden.